Fleisch essen und vor allem Fleisch kaufen ist zunehmend eine Sache des Vertrauens. Die Zeiten glücklicher Kühe und Schweine auf einsam gelegenen Höfen und Weiden ist lange Vergangenheit. Modernste Fabrikanlagen liefern das Fleisch gemästeter Tiergattungen als billige Massenware.
Diesem Trend stellen sich qualitätsbewusste Käufer auch in Hamburg entgegen und suchen sich ihre Nischen. In der Hansestadt ist eine davon das Fleischereifach-geschäft Beisser mit seinen Filialen an der Ottensener Haupt-straße und am Eppendorfer Baum, seit sechs Generationen in Familienhand und damit das älteste Fleischereifachgeschäft der Stadt.
Aktuell heißen die Betreiber Claas Rudolf und Eltje Helene Habben. Die Geschwister übernahmen den Betrieb vor zwei Jahren. Seither bauten sie die Geschäftsbereiche Fleischwaren, Feinkost, aber auch Bistro und Catering weiter aus. Mehr noch: Mithilfe moderner Designer passten sie nun den bislang traditionellen Markenauftritt modernen Anforderungen an. In dieser Woche eröffneten sie ihre Eppendorfer Filiale nach umfangreichen Umbauten neu. In Zusammenarbeit mit der Designagentur Mutabor wurde das Geschäft runderneuert, die Einrichtung neu gestaltet: Alte Fleischblöcke wurden zu Stehtischen und die Wand- und Bodenfliesen erinnern an die Zeit um 1870. Darüber hinaus wurde das Bistro erweitert und das Sortiment um Brot, Käse und viele Feinkostprodukte und Accessoires rund ums Fleisch ergänzt.
Aber auch der Markenauftritt wurde relauncht: Die Produkte firmieren nun unter dem neuen englischen Markennamen "Beisser - the new fleisch".
Für die Zeit des Umbaus ging der Verkauf in einem eigens dafür angemieteten Wagen weiter. "Allerdings mit eingeschränktem Angebot", sagt Claas Rudolf Habben. Noch immer geht es ein bisschen drunter und drüber im geschäft, weshalb wenig zeit zum Plaudern ist. So viel mag der Chef aber dann doch schnell erzählen: Im Schaufenster steht ein sogenannter Reifeschrank, in dem die Kunden dem Rindfleisch "live" beim Trockenreifungsprozess zusehen können. "Bislang haben wir das im Hinterzimmer versteckt gemacht", sagt Habben. "Nun, mit unserer neuen Philosophie von noch mehr Transparenz, haben wir unser Handwerk in den Laden nach vorn zum Kunden geholt."
Das bis zu sechs Wochen abgehängte "Premium Beef", das in Trockenreifung seinen besonderen Geschmack erhält, ist eine Spezialität der Metzgerei, das auch Käufer aus dem Umland anlockt. "Die Bezeichnungen für unser Rindfleisch sind amerikanisch", erklärt Habben. "Daran sind auch unsere Kunden gewöhnt." WS
Die Welt
22.8.2010
Nach zweieinhalb Wochen Umbauzeit wird Beisser pünktlich zum Sommerferienende und Eppendorfer Sommerabend am 21. August 2010 neu eröffnet.
Beisser ist das Traditionshaus für feinste Fleischwaren in Hamburg und steht seit jeher für höchste Qualität. Tradition und Innovation gehen Hand in Hand.
Die 6. Generation der Familie Beisser, die Geschwister Claas Rudolf und Eltje Helene Habben haben vor gut zwei Jahren das Familienunternehmen übernommen mit dem Ziel, die Geschäftsbereiche Feinste Fleischwaren, Feinkost, Bistro und Catering weiter auszubauen.
In Zusammenarbeit mit der Designagentur Mutabor aus Hamburg wurde ein neuer Markenauftritt geschaffen, das traditionelle wird auf authentische Weise neu interpretiert und gibt somit die Grundwerte der Marke wieder. Das Ergebnis: Beisser – the new fleisch.
Lassen Sie sich von dem neuen Ladendesign, den hauseigenen Produkten wie z.B. den Beisser Gewürzen passend zu dem Herzstück von Beisser – dem dry aged beef inspirieren. Bei Ihrem Einkauf können Sie das traditionelle Handwerk hautnah erleben, wenn Sie einen „Beisser Cut“ auswählen und individuell zerlegen lassen.
Darüber hinaus wurde das Bistro erweitert und das Sortiment um Brot, Käse und viele Feinkostprodukte und Accessoires rund ums Thema Fleisch ergänzt.
Kulinarischer Rundgang durchs Szeneviertel
Viele Hamburger kennen wahrscheinlich in groben Zügen die Geschichte Ottensens: Im 17. Jahrhundert ein dänisches Dorf, später Hamburger Industrie- und Arbeiterstadtteil, heute: Szeneviertel. Doch auch wer glaubt, Ottensen zu kennen, kann bei der Tour mit "Eat The World" Neues entdecken. Denn auf diesem ungewöhnlichen Stadtteil-Rundgang erkundet man das Viertel nicht nur zu Fuß, sondern auch mit der Zunge.
Startpunkt ist die Schlachterei "Beisser" an der Ottenser Hauptstraße. Stadtführerin Tamara Will erzählt von der langen Tradition des 1836 gegründeten Hauses: Ältester Schlachter Hamburgs, berühmt und ausgezeichnet für sein hervorragendes Fleisch. Während Tamara erzählt, kosten ihre Zuhörer den leckeren "Beisser"-Kartoffelsalat. Und weiter geht's: Während Tamara über Ottensens wechselhafte Geschichte referiert und Straßennamen erläutert, nähert man sich dem Fischfeinkostgeschäft von Jürgen Stoelzer in der Erzbergerstraße. Einer der letzten kleinen Hamburger Fischläden, vom 72-jährigen Inhaber mit Herzblut geführt. Hier gibt's eine Fischfrikadelle auf die Faust.
Auf diese vergnüglich-interessante Art wird man während des dreistündigen Rundgangs immer schlauer - und ziemlich satt: Bei der Altonaer Bäckerei wird das "vielleicht beste Franzbrötchen der Stadt" probiert, in der "Vierländer Kate", dem Restaurant im "Altonaer Museum", wartet ein Tellerchen Labskaus ... Und immer so weiter, bis die Stadtrundgänger am Ende mit einem Stück Kuchen vor "Altonas Balkon" am Elbhang sitzen und zufrieden auf den Fischereihafen gucken.
Das Konzept von "Eat The World" stammt aus Berlin. Dort wird die Kombination aus Stadt- und Schlemmerrundgang für Kreuzberg und Friedrichshain angeboten. Die Ottensen-Tour gibt es erst seit wenigen Wochen. Sie läuft aber so gut, erzählt Tamara Will, dass "Eat The World" auch in Hamburg auf Expansionskurs geht: Und so wird man sich wohl in Kürze auch durch St. Pauli schlemmen können.
Info:
Do/Sa, 11.30 Uhr, 30 Euro (Kinder unter 12 J. zahlen 15 Euro), Infos u. Anmeldung Tel. (030) 53 06 61 65 oder www.eat-the-world.de
NICOLE RÖNDIGS in der Hamburger Morgenpost vom 23.07.2009